WARUM RÖHRENVERSTÄRKER?

Die Anwort lautet "KISS" und bedeutet: Keep It Small & Simple.

Dieses Prinzip hat mich überzeugt.

Im Detail bedeutet dies nichts anderes als mit wenig, viel erreichen. Wenig bezeichnet die Bauteile im Signalweg und viel, ein grandioser Sound. Hierbei interessiert nicht die Einschätzung einer "High End" Gemeinde, die der Meinung sind, anhand der Herkunft von einzelnen Komponenten, den Klang vorhersagen zu können. Mir geht es um den Genuß und die Tatsache, dass man nicht vor seinen Lautsprechern sitzt und sich einen Sinus aus einem Tongenerator anhört. Natürlich gibt es in der Welt der interierten Schaltkreise sehr gut klingende Verstärker. Mir geht es auch nicht um das gut oder schlecht. In der Welt der Röhrenverstärker haben sich zwei wensentliche Prinzipe heraus kristalisiert. Zum einen der klasische Eintaker mit einer Endstufenröhre für das ganze Signal und der Gegentacktverstärker. Hier wird das Musiksignal in die positive und negative Halbwelle aufgeteilt und jeweis einer Endröhre zugeführt. Am Ende wird das Signal wieder zusammengeführt und an den Lautsprecherausgang breitgestellt. Für mich ist das Konzept des Eintakters überzeugender - überzeugend in seiner Einfachheit und Gradlinigkeit! - überzeugend in seiner Dynamik! Das Signal bleibt beim Eintaktverstärker "intakt" - es wird als Ganzes verstärkt. Bei Gegentakt-Verstärkern wird das Tonsignal pro Stereokanal in Ober- und Unterwelle gesplittet, dann in zwei getrennten Stufen verstärkt und schließlich im Ausgangsübertrager wieder zusammen gesetzt. Beide Zweige dieses Verstärkers müssen symetrisch arbeiten, sonst kommt es schnell zu Verzerrungen. Wohl gemerkt pro Kanal! Schon das ist bei den recht großen Fertigungsdifferenzen bei Röhren eine Aufgabe für sich. Zudem verändern Röhren im Laufe der Zeit gern mal ihre Werte. Also muss man immer mal wieder nachmessen und nachregeln. Ein Eintakter hat nur eine geringe Ausgangsleistung von allerhöchstens 10 bis 15 Watt. Wenn wir von einer Lautstärke ausgehen, bei der man Musik hört. Also meistens im Hintergrund oder auch mal bewusst und konzentriert, kommen wir mit ca. 1 Watt locker aus.Es ist viel wichtiger, bei dieser Leistung das Signal sauber bereitzustellen und bei Impulsen schnell zu sein.

KISS und der Sound aus der Röhre

Keep It Small & Simple - das KISS-Prinzip verspricht gerade beim Umgang mit Röhren in der Verstärkertechnik das beste Ergebnis: den puren Sound! Darum haben die Single-Ended-Amps den besseren Klang! Der Grund ist einfach: Ein extrem kurzer Signalweg und - außer den Röhren - nur drei/vier Bauteile zwischen Eingangsbuchsen und Ausgangsübertrager: Poti, Koppelkondensatoren, evt. ein Eingangswiederstand, das war's. Und das freut die Ohren. Da wird nicht herumgetrickst am Tonsignal, sondern einfach nur verstärkt.
tubes