WARUM RÖHRENVERSTÄRKER?

Die Anwort lautet "KISS" und bedeutet: Keep It Small & Simple.

Dieses Prinzip hat mich überzeugt.

Im Detail bedeutet dies nichts anderes als mit wenig viel zu erreichen. "Wenig" bezeichnet die Bauteile im Signalweg und "viel" eine sehr gute Wiedergabequalität. Hierbei interessiert nicht die Einschätzung einer "High End" Gemeinde, die der Meinung sind, anhand der Herkunft von einzelnen Komponenten den Klang vorhersagen zu können. Mir geht es um den Genuß und die Tatsache, dass man nicht vor seinen Lautsprechern sitzt und sich einen Sinus aus einem Tongenerator anhört. Natürlich gibt es in der Welt der integrierten Schaltkreise sehr gut klingende Verstärker. Mir geht es auch nicht um das "gut" oder "schlecht". In der Welt der Röhrenverstärker haben sich zwei wensentliche Prinzipien herauskristalisiert: Zum einen der klassische Eintak-Verstärker (SE für Single Ended) mit einer Endstufenröhre für das ganze Signal und zum Anderen der Gegentakt-Verstärker. Hier wird das Tonsignal in eine positive und eine negative Halbwelle zerlegt und jeweis einer Endröhre zugeführt. Am Ende wird das Signal wieder zusammengeführt und an dem Lautsprecherausgang breitgestellt. Für mich ist das Konzept des Eintakt-Verstärkers überzeugender – überzeugend in seiner Einfachheit und Gradlinigkeit und überzeugend in seiner Dynamik. Das Signal bleibt beim Eintakt-Verstärker "intakt" – es wird somit als "Ganzes" verstärkt. Bei Gegentakt-Verstärkern wird das Tonsignal pro Stereokanal in Ober- und Unterwellen geteil, dann in zwei getrennten Stufen verstärkt und schließlich im Ausgangsübertrager wieder zusammengesetzt. Beide Zweige dieses Verstärkers müssen symmetrisch arbeiten, sonst kommt es schnell zu Verzerrungen. Schon das ist bei den recht großen Fertigungsdifferenzen bei Röhren eine Aufgabe für sich. Zudem verändern Röhren im Laufe der Zeit ihre Leistungswerte. Mit Nachmessen und nachregeln der Röhren kann man seinen eigenen Geschmack leicht wieder herstellen. Ein Eintakt-Verstärker hat nur eine geringe Ausgangsleistung von allerhöchstens 10 bis 15 Watt. Dieses Leistungsspektrum reicht völlig für den Hörgenuss in den eigenen vier Wänden – denn der Nachbar hört schon bei dieser Ausgangsleistung mit! Es ist wichtig bei dieser Leistung das Signal sauber bereitzustellen und die Impulse schnell und verlustfrei zu übertragen. Heutige digitale bzw. Transistor-Verstärker wuchern schon in den mittleren Preissegmenten mit Ausgangsleistungen, die man niemals nutzen wird können – einfach nur "laut sein" ist keine Gewähr für den wirklichen Hörgenuss.

KISS und der Sound aus der Röhre

Keep It Small & Simple - das KISS-Prinzip verspricht gerade beim Umgang mit Röhren in der Verstärkertechnik das beste Ergebnis: den puren Sound! Darum haben die Single-Ended-Amps den besseren Klang! Ein extrem kurzer Signalweg und - außer den Röhren - nur drei bis vier Bauteile zwischen Eingang und Ausgang: Lautstärkeregler, Ggf. Koppelkondensatoren, evt. ein Eingangswiderstand und das war es auch schon.
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